Change-Management in der Fertigung

01. Apr 2019

Industrie 4.0 und Automatisierung durch Roboter in der Fertigung verändern Unternehmen nicht nur beim Maschineneinsatz. Der Faktor Mensch spielt eine ebenso entscheidende Rolle wie die Technik. Auch das Management und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter unterliegen dementsprechend einem Veränderungsprozess. Bei der Einführung von Robotern sollten Sie daher alle Fachbereiche involvieren und frühzeitig Transparenz in Ihren Automatisierungsplänen herstellen. Es gilt, das Silodenken in den beteiligten Abteilungen zu überwinden. Schließlich müssen die IT-Leute mit der Produktionsplanung sowie Logistik zusammenarbeiten. Auch die Mitarbeiter in der Produktion sind vom Robotereinsatz zu überzeugen, denn sie fürchten häufig um ihre Arbeitsplätze. Die gesamte betriebliche Organisation muss also in einem Change-Management-Prozess eingebunden sein und an einem Strang ziehen.

 

KUKA @ EMO 2019

_products and expertise for the metal working industry

Vom 16. bis 21. September • Halle 9, Stand C38

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Aufgabe des obersten Managements

Der Erfolg von Organisationsveränderungen ist wahrscheinlicher, wenn das oberste Management sie vorantreibt und dafür sorgt, dass alle Mitarbeiter einbezogen sind. Denn ohne die Akzeptanz der Belegschaft und die Bereitschaft zur abteilungsübergreifenden Kollaboration können sich Widerstände aufbauen, die ein Automatisierungsprojekt verzögern oder verhindern. Regelmäßige Informationen durch die Führungskräfte müssen daher Transparenz herstellen. Idealerweise steht am Anfang eine Projektgruppe, an der alle betroffenen Fachbereiche an einem Tisch sitzen und eine Konzeption erstellen. Darin sollten Sie die Ziele des Robotereinsatzes klar definieren. Diese sollten Sie frühzeitig kommunizieren. Informieren Sie alle Mitarbeiter in Verwaltung und Produktion darüber, wie sich deren Aufgaben und Arbeitsprozesse verändern.

 

Automatisierung bedeutet auch einen Kulturwandel

Die Einführung von Robotern in der Fertigung gelingt nur als Gemeinschaftsprojekt aller Abteilungen. Dabei müssen traditionelle Hierarchieebenen überwunden werden, und eine neue Kultur der Kollaboration muss entstehen. Denn es gilt, das Wissen und die Kompetenzen im gesamten Unternehmen zu nutzen und bisherige Prozesse in der Arbeitsorganisation neu zu definieren. Das reduziert bisher vorhandene Entscheidungs- und Gestaltungsspielräume im mittleren Management und erzeugt Verunsicherung. Diese sollten Sie durch Ihr Change-Management wahrnehmen und ernstnehmen. Reden Sie auch mit dem Betriebsrat, lassen Sie Ihr Konzept diskutieren und schließen Sie für den künftigen Robotereinsatz auf der Basis Ihres Konzepts eine Betriebsvereinbarung.

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Steuerungsgruppe und Teilprojekte

Auch wenn Sie den Betriebsrat für Ihr Automatisierungsprojekt ins Boot geholt haben, bleiben bis zur erfolgreichen Einführung der robotergestützten Produktion Unsicherheit und Vorbehalte bestehen. Mitarbeiter reagieren unterschiedlich auf Veränderungsprozesse. Einige wenige sind glühende Befürworter, viele gerade in den geringer qualifizierten Berufsfeldern haben häufig Vorurteile. Diese sollten Sie im Change-Prozess aufgreifen. Bilden Sie eine Steuerungsgruppe mit den Abteilungsleitern und vergeben Sie Teilprojekte für die Umsetzung. Binden Sie hier auch die Bedenkenträger ein, die durch die Mitgestaltung des organisatorischen Wandels ihre Vorbehalte häufig aufgeben. Delegieren Sie nicht nur Aufgaben in Projektgruppen, sondern auch Verantwortung für die Entscheidung über Lösungen. Achten Sie auch hier auf die Transparenz und dokumentieren Sie Beschlüsse aller Gremien.

 

Kommunikationsstrategie

Emotionen spielen bei Veränderungsprozessen eine große Rolle. Diese sind geprägt von Unwissen und oftmals diffusen Ängsten über die eigene Rolle und Zukunft im Unternehmen. Begleiten Sie daher Ihr Change-Management mit einer Kommunikationsstrategie. Informieren Sie regelmäßig über den Fortgang und die Lösungen und welche Folgen sich daraus für die Organisation ergeben.

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